Alternativen zur Scheidung

Geben Sie nicht zu früh auf.

Eine Scheidung sollte immer die ‚Ultima Ratio‘ sein, die allerletzte Alternative. Daher beherzigen Sie die Regel Nummer eins zur Vermeidung der 10 gängigsten Fehler bei Trennung und Scheidung: Überlegen Sie, ob Sie wirklich schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft haben, Ihre Ehe noch zu retten. Folgende Alternativen gibt es zu Trennung und Scheidung:

Eheberatung statt Scheidung

Man kann es nur immer wieder betonen: es ist kein Zeichen von Schwäche, sich Hilfe zu suchen. Eine Eheberatung kann ein großer Schritt in die richtige Richtung sein, um Ihre Ehe zu retten. Vor allem für Männer ist es nicht leicht, sich darauf einzulassen: sie sind es oft nicht gewohnt, sich zu öffnen und über ihre Gefühle zu sprechen. Da fehlt die Übung, und als Mann ‚macht man die Dinge ja mit sich alleine aus‘. Aber wenn man seine Ehe retten will, muss man dazulernen. Die Einwilligung des Mannes zu einer Eheberatung ist ein sehr deutliches Signal des guten Willens.

Frauen fällt es naturgemäß leichter, eine Eheberatung aufzusuchen. Die Eheberatung ist allerdings nicht dazu da, Ihren Partner dazu zu zwingen, auch einmal etwas zu sagen. Auch die Ehefrauen werden versuchen müssen, ihren Partner neu kennen- und wertschätzen zu lernen.

Ein Eheberater wird Ihnen in erster Linie aufmerksam zuhören. Er ist zur absoluten Verschwiegenheit verpflichtet. Beide Partner sollten ihm vertrauen können. Aus seiner Erfahrung heraus wird er Ihnen mögliche Ursachen für Ihre Krise aufdecken und Lösungswege aufzeigen, damit das gegenseitige Vertrauen der Eheleute wieder wachsen kann.

Trennung ohne Scheidung

Die Scheidung ist nicht der zwangsläufige Schlusspunkt einer Trennung. Sie können sich von Ihrem Partner trennen und dauerhaft getrennt leben, ohne sich scheiden zu lassen. Manche Ehepaare haben sich im Alltag mit der Trennung arrangiert und scheuen nun Kosten und Aufwand einer Scheidung. Auf den ersten Blick ist das eine durchaus verständliche Vorgehensweise. Dennoch ist von einer dauerhaften Trennung ohne Scheidung abzuraten.

Denn auch wenn heute beide Partner im Alltag klarkommen, bleiben im Regelfall doch wichtige Punkte ungeklärt, die erst in der Zukunft entscheidende Bedeutung bekommen. Hier wäre zum Beispiel der Versorgungsausgleich zu nennen. Viele solcher Angelegenheiten, die man eine Zeitlang ignorieren kann, werden irgendwann doch wichtig und führen dann möglicherweise zu einem teuren Rechtsstreit und letztendlich doch zur Scheidung. Auch besteht die Gefahr, mit rechtlichen Konsequenzen der Trennung leben zu müssen, die einem gar nicht bewußt sind.

Andersherum: Wenn Sie sich tatsächlich mit Ihrem Ehepartner in allen Angelegenheiten einig sind, dann sticht auch das Kostenargument nicht mehr. In diesem Fall sollte es ein Einfaches sein, eine einvernehmliche und kostengünstige Online-Scheidung durchzuführen. Bei geringen Einkommensverhältnissen der Eheleute  werden die Gerichts- und Anwaltsgebühren nach dem Mindestgegenstandswert abgerechnet. Außerdem können die Möglichkeiten der staatlichen Unterstützung wie zum Beispiel die Verfahrenskostenhilfe beantragt werden. So schaffen Sie klare Verhältnisse zu überschaubaren Kosten. Dieser Vorteil überwiegt den finanziellen Aufwand bei Weitem.

Mediation statt strittige Scheidung

Wenn eine Eheberatung nicht erfolgreich verlaufen ist und eine Versöhnung nicht stattgefunden hat oder einer der Eheleute sogar bereits einen neuen Partner hat, ist eine Scheidung oft unvermeidbar. Es ist sehr wichtig, sich einvernehmlich zu scheiden. Das bedeutet nicht, Fehlverhalten gutheissen zu müssen oder auf alle Ansprüche zu verzichten. Es bedeutet, sich mit dem Partner in allen wesentlichen Punkten auf eine bestimmte Vorgehensweise zu einigen, damit die Scheidung möglichst schnell und kostengünstig verlaufen kann. Am Ende der Einigung sollte ein ‚Gesamtpaket‘ stehen, mit dem beide Partner im wahrsten Sinne des Wortes leben können.

Scheidungen resultieren aber oft daher, dass man sich eben in wesentlichen Dingen nicht einig ist und sich auch nicht einigen kann. In diesem Fall ist es sehr hilfreich und für beide Seiten vorteilhaft, einen neutralen Vermittler zu Rate zu ziehen. Ein sogenannter Mediator unterstützt sie dabei, die strittigen Punkte einvernehmlich zu lösen. Da er unabhängig ist, müssen die Eheleute keine Angst haben, vom jeweils anderen ‚über den Tisch gezogen zu werden‘. Ein Mediator verbessert und vereinfacht die Kommunikation zwischen den Eheleuten im Regelfall sehr deutlich.

Wenn die Mediation erfolgreich ist, haben Sie sich am Ende mit Ihrem Partner auf alle wesentlichen Dinge verständigt und müssen sich nicht mit jeweils eigenen Anwälten vor Gericht streiten. Dadurch wird das Scheidungsverfahren sehr beschleunigt und Sie vermeiden unnötige Anwaltskosten.

Annullierung der Ehe

Eine Ehe läßt sich nur in den allerseltensten Fällen annullieren, und zwar dann, wenn bei der Schließung der Ehe gegen Formvorschriften verstoßen wurde. Dies ist unter anderem der Fall, wenn von vornherein die Voraussetzungen für eine Heirat nicht erfüllt waren. Gründe, um die Ehe annullieren zu lassen, sind z.B.: die Geschäftsunfähigkeit eines Ehegatten, das Eingehen einer Scheinehe, eine Bigamie (Doppelehe), oder eine Ehe zwischen verwandten Personen. Auch bei der Annullierung der Ehe entsteht ein der Scheidung ähnliches nacheheliches Rechtsverhältnis.

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